KI und Ablage

Eine KI kann sortieren. Aufbewahren kann sie nicht.

Beides wird gebraucht — nur nicht vom selben System.

Stellen Sie sich eine sehr gute Assistenz vor. Sie liest jeden Posteingang, weiß sofort, worum es geht, und legt alles dorthin, wo es hingehört. Eine enorme Entlastung.

Nun stellen Sie sich vor, diese Assistenz wird jedes Jahr ausgetauscht. Die neue ist wieder sehr gut — aber sie hat ein anderes System im Kopf, andere Gewohnheiten, und sie weiß nichts von dem, was die vorherige sich gemerkt hat.

Solange die Unterlagen im Schrank liegen, ist das kein Problem. Liegen sie im Kopf der Assistenz, ist es eines.

Die Technik wechselt schneller, als Ihre Aufbewahrungsfristen laufen

Rechnungen müssen zehn Jahre auffindbar bleiben. In zehn Jahren werden Sie mehrere Modellgenerationen erlebt haben — und jedes Mal verhält sich das System etwas anders.

Vorletztes Jahr

Das Modell, das damals alle nutzten

Letztes Jahr

Ein neues, das vieles anders macht

Heute

Wieder ein anderes

Nächstes Jahr

Niemand weiß es

Und die ganze Zeit über: dieselbe Akte, am selben Platz.

Das ist die Aufgabe des Archivs. Nicht klug sein — verlässlich sein.

Zwei Aufgaben, zwei Systeme

Sortieren und Aufbewahren klingen ähnlich, sind aber grundverschieden. Das eine soll mitdenken und sich verbessern. Das andere soll sich auf gar keinen Fall ändern.

Die KI

  • Dokumente lesen und einordnen
  • Vorschläge machen, wohin etwas gehört
  • Zusammenfassen und beantworten
  • Wiederkehrende Handgriffe abnehmen

Sie ist jedes Jahr eine andere.

Das Archiv

  • Dokumente unverändert aufbewahren
  • Nachweisen, wer wann was getan hat
  • In Sekunden wiederfinden
  • Fristen und Rechte durchsetzen

Es denkt nicht mit — das muss es auch nicht.

Warum wir keine eigene KI eingebaut haben

Das wäre der naheliegende Weg gewesen, und viele Anbieter gehen ihn. Wir haben uns dagegen entschieden — aus einem einfachen Grund: Eine fest eingebaute KI veraltet in dem Moment, in dem sie fertig ist.

Zwischen der Entscheidung für ein Modell und dem Tag, an dem die Funktion beim Kunden ankommt, liegen Monate. In dieser Zeit erscheinen mehrere neue Modelle, oft deutlich besser als das gewählte. Wer die KI fest verdrahtet, hat sie damit auf den Stand von damals festgeschrieben — und muss die Arbeit beim nächsten Sprung wiederholen. Diese Rechnung zahlt am Ende der Kunde, über den Preis und über Wartezeit.

Deshalb bauen wir keinen Assistenten ein, sondern eine Tür. Über eine offene Schnittstelle kann jedes KI-System an Ihre Ablage andocken — das, das Sie heute für das beste halten, und in zwei Jahren ein anderes, ohne dass sich an Ihrer Ablage irgendetwas ändert.

Was das praktisch heißt

Sie wählen

Welche KI mitarbeitet, entscheiden Sie — nicht wir.

Sie wechseln

Kommt etwas Besseres, hängen Sie es an. Ihre Akten bleiben, wo sie sind.

Sie müssen nicht

Ohne angeschlossene KI arbeitet Aktenplatz wie bisher.

Der Weg ist für uns nicht neu. Aktenplatz verbindet sich seit jeher über Schnittstellen mit dem, was bei Ihnen ohnehin läuft — DATEV, Lexware, sevDesk, SharePoint, Nextcloud, OneDrive, dazu eigene SOAP- und JSON-Dienste. Die Anbindung von KI-Systemen ist derselbe Gedanke, eine Etage weiter: ein definierter Zugang statt einer eingebauten Speziallösung.

Der Zugang

Eine Tür, an der jeder andocken kann

Was heute DATEV, SharePoint oder ein eigener Dienst nutzt, nutzt morgen ein KI-Assistent — über denselben Weg, mit denselben Rechten und demselben Protokoll.

  • Zugriff an Rechte gebunden
  • Jeder Zugriff im Protokoll
  • Kein Sonderweg an der Ablage vorbei
Alle Anbindungen ansehen
Übersicht der Anbindungen in Aktenplatz mit DATEV, Lexware, Nextcloud, SharePoint und eigenen SOAP-Diensten
Die vorhandene Schnittstellenebene — dieselbe Tür, durch die künftig KI-Systeme kommen.

Die KI nimmt Ihnen die Arbeit ab. Das Archiv nimmt Ihnen die Sorge.

Wenn ein Prüfer nach einer Rechnung aus dem Jahr 2019 fragt, hilft kein Assistent, der sie einordnen könnte. Es hilft, dass sie da ist — unverändert, auffindbar, mit dem Nachweis, dass niemand sie nachträglich angefasst hat.

Das ist keine Zurückhaltung gegenüber neuer Technik. Es ist die Arbeitsteilung, die beides erst nutzbar macht: Die KI darf sich jedes Jahr ändern, weil das Archiv es nicht tut.

Häufige Fragen zu KI und Archiv